Kein Werben fürs Sterben – 5. Oldenburger Filmtag gegen den Krieg

Dienstag, 26. Juni 2018, 19.30 Uhr  
Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, Oldenburg
Eintritt: 3 €/erm. 2 €

Ein Projekt von Filmriß e.V. in Kooperation mit Oldenburger Friedensbündnis und Rosa Luxemburg Stiftung

Film:
Bomben für die Welt – Wie Deutschland an Krisen und Kriegen verdient

D 2018, 43 Min.
Regie: Philipp Grüll und Karl Hoffmann

Deutschland ist der viertgrößte Waffenexporteur der Welt. Doch die offiziell genehmigten Exporte reichen dem größten deutschen Rüstungskonzern nicht aus: Mit Hilfe von Tochterunternehmen und Joint Ventures im Ausland liefert die Rheinmetall AG Bomben und ganze Munitionsfabriken nach Ägypten und Saudi-Arabien. Rheinmetall-Bomben werden im Jemen eingesetzt, einem Krieg mit massiven Völkerrechtsverletzungen und tausenden von Toten.

Der Dokumentarfilm spürt das Geschäft mit dem Tod durch Rheinmetall auf Sardinien und in Südafrika auf.

Im niedersächsischen Unterlüß hat Rheinmetall eine Niederlassung mit über 1700 Mitarbeiter*innen. Außerdem betreibt das Unternehmen dort auf 50 Quadratkilometern (!) eines der größten Waffen- und Munitionserprobungs-zentren in Europa.

In der Celleschen Zeitung vom 12.5.2018 heißt es ganz unverblümt zum völkerrechtswidrigen Einsatz des Leopard 2-Panzers gegen die Kurd*innen in Nordsyrien:

„Erprobt wird in Unterlüß derzeit ein Schutzsystem für den Leopard-Panzer. Es handelt sich dabei um die Technik, die der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dringend für seine in Deutschland gekauften Leopard-Panzer haben will. Bei den Kämpfen in Syrien verloren die Türken bereits rund zehn Leopard-Modelle durch Panzerfaust- oder Raketenbeschuss.“

Zu Gast: Pastor Wilfried Manneke, Unterlüß und Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.

Zu Gast: Pastor Wilfried Manneke, Unterlüß und Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Ev.-luth. Landeskirche Hannover

 

Militärpropaganda in Oldenburg

Mit zwei Propagandashows wollen die militaristischen Kreise in Oldenburg für die Bundeswehr werben. Immerhin benötigt die BW jährlich 20.000 neue Rekruten. 2017 wurden laut „terre des hommes“ 2128 Minderjährige eingestellt um an diese Zahl zu kommen.

Am 9. Juni findet mit Ministerin von der Leyen der „Tag der Bundeswehr“ in Oldenburg statt. Das Massenspektakel dient der offensiven Zurschaustellung von Kriegsgerät und Waffen. Was hier als Rummel mit Bespaßung über die Bühne geht, bedeutet in Afghanistan oder Mali bittere Realität: Deutsche Soldaten erschießen Einheimische oder werden selbst bei Anschlägen getötet. 

Die austragende Kaserne in Oldenburg ist Sitz der Stabskompanie der 1. Panzerdivision, einer „Eingreifsdivision“ für Auslandseinsätze.

Am 02. Juli 2018 findet zum 8. Mal ein Propagandatag der Big Band der Bundeswehr auf dem Rathausmarkt statt. Hinter dem uniformen Sound wird Werbung für die Bundeswehr betrieben.

Blanker Zynismus ist das Sammeln von Spenden für „Die Bundeswehr hilft Kindern in der Dritten Welt“ – dort nämlich, wo sie im Einsatz ist. In Afghanistan warten heute noch zivile Opfer der von der Bundeswehr provozierten Einsätze auf eine angemessene Entschädigung für ihre verletzten und getöteten Angehörigen, darunter auch Kinder.

Schirmherr der Veranstaltung ist Thomas Kossendey, Ehrenpräsident der mit der Rüstungsindustrie vernetzten „Gesellschaft für Sicherheitspolitik“, Sprecher des „Beirats Innere Führung“ der Bundeswehr beim Verteidigungs-ministerium – und Präsident der Oldenburgischen Landschaft (!).