Der marktgerechte Mensch Eine Filmreihe mit Gästen Die Folgen des Neoliberalismus


Donnerstag, 12. März 2020, 19.30 Uhr

Film: 
Der marktgerechte Mensch

D 2020, 99 Min, dt. Fassung, teilw. m. dt.U.
Regie: Leslie Franke und Herdolor Lorenz

Noch vor 20 Jahren waren in Deutschland knapp zwei Drittel der Beschäftigten in einem Vollzeitjob mit Sozial-versicherungspflicht. 38% sind es nur noch heute. Der Film zeigt Fahrer*innen von Essenlieferanten, Beschäftigte des Einzelhandels, die auf Abruf arbeiten, Crowdworker*innen, die auf Internet-Plattformen mit der ganzen Welt kon-kurrieren.


Auch Menschen in bisher sicher geglaubten Arbeits-strukturen an Universitäten stehen nun in befristeten Arbeitsverhältnissen. Hier gibt es Planungshorizonte von nur wenigen Monaten bis zu einem Jahr.In einer Welt, die von Konkurrenz, Ausbeutung und uneingeschränkter Freiheit der Investoren getrieben ist, gibt es ein wesent-liches Prinzip: „Race to the button“, der Wettbewerb um immer schlechtere Arbeitsbedingungen und niedrigere Löhne bei missachteter Menschenwürde.

Der Film zeigt, wie Nobelketten der Textil- und Bekleid-ungsindustrie ihre Produkte in Osteuropa von Arbeiter-innen fertigen lassen, die 12 Stunden, 7 Tage die Woche Produkte im Akkord zusammennähen.

Dieser Wahnsinn ist nicht alternativlos. Der Film stellt Betriebe vor, die nach dem Prinzip des Gemeinwohls wirtschaften, Beschäftigte von Lieferdiensten, die einen Betriebsrat gründen und die Kraft der Solidarität von Menschen, die für einen Systemwandel eintreten.

Zu Gast: Leslie Franke und Herdolor Loren

 

Donnerstag, 19. März, 19.30 Uhr

Film: 
Welcome to Sodom –Dein Smartphone ist schon hier
Österreich 2018, 92 Min, O.m.dt. Voiceover
Regie: Florian Weigensamer, Christian Krönes

„Sodom“ nennt man die Mülldeponie von Agbogbloshie in der ghanaischen Hauptstadt Accra. Die Deponie ist End-station für Computer, Monitore und anderen Elektroschrott aus Europa und aller Welt. Rund 250.000 Tonnen ausran-gierter Geräte aus einer weit entfernten, elektrifizierten und digitalisierten Welt gelangen Jahr für Jahr hierher.

Die Nachfrage nach den neusten elektronischen Acces-soires in der Ersten Welt explodiert. Doch diese Lifestyle-Produkte sind oft schon nach kurzer Zeit wieder „out“. Hunderttausende davon landen in Agbogbloshie, wo etwa 6000 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder die Geräte unter freiem Himmel zerkleinern. Durch das Schmelzen alter Kabel in pechschwarzen Rauchwolken werden neue Rohstoffe gewonnen. Für die einen ein „sauberes“ Geschäft, für die Anderen giftiger Alltag.

Der Dokumentarfilm portraitiert die Verlierer*innen der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, son-dern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen.

Zu Gast: Franziska Beck, „Oldenburg handelt fair“