Oldenburg – globale Stadt 6

Oldenburg – globale Stadt 6

Eine Veranstaltungsreihe mit internationalen Filmen 

vorgestellt von EinwohnerInnen der Stadt
vom 24.5. – 07.6.2018
Städtisches Kulturzentrum PFL

Oldenburg bildet ein regionales Zentrum im Nordwesten mit 165.000 EinwohnerInnen und einer Universität von über 15.000 Studierenden. Menschen mit familiären Wurzeln in über 100 Nationen leben in Oldenburg. Sie machen mit allen Bewohner-Innen Stadt überhaupt erst aus. Das oft benutze Unwort vom „Migrationshintergrund“ dient der Kennzeichnung und Abgrenzung von „Anderen“ durch eine weiße mitteleuro-päische Dominanzkultur. Dabei kennen die Folgen der globalen kapital-istischen Verwertungslogik längst keine Grenzen mehr zwischen Ländern und Kontinenten. Ökonomische, klimatische oder von Gewalt und Krieg ausgelöste Migrations-bewegungen sind Realität. Sie können auch nicht durch Zäune, Abschottung und Repression verhindert werden. Wichtig wird für die Zukunft sein, ob es in Oldenburg gelingt, aus den vielfältigen Erfahrungen und Fähigkeiten einer international zusammengesetzten Stadtbevölkerung eine Antwort auf die schleichende Entsoli–darisierung in der Gesellschaft zu finden. Die Veranstaltungs-reihe beabsichtigt damit auch, fremdenfeindlichen und rassistischen Tendenzen entgegen zu wirken.

Georgien, Iran,  Griechenland

Filmriss e.V. rückt mit „Oldenburg – globale Stadt“ zum sechsten Mal OldenburgerInnen mit internationalen Wurzeln in den Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe. In der Begegnung und im Gespräch mit den Gästen besteht die Möglichkeit, aus ihrer kosmopolitischen, persönlichen Sicht einen Blick auf das Leben in Oldenburg, Deutschland und die Welt zu werfen.Viele wohnen schon eine lange Zeit in Oldenburg – was vermissen sie (auch heute noch) und was gefällt ihnen hier? In diesem Jahr haben wir drei Gäste: Thea Maglakelidze aus Georgien, Vazgen Saki aus dem Iran und Tom Tziros aus Griechenland. der entweder im Herkunftsland entstanden ist oder eine Thematik anspricht, die im Zusammenhang interessiert. Dialogreiche Filme zeigen wir in deutsch synchronisierter  Fassung (DF), ansonsten auch in der Originalversion mit deutschen Untertiteln (O.m.dt.U.) um den Sprachraum authentisch wiederzugeben. Wir freuen uns auf anregende Begegnungen.

Donnerstag, 24. Mai 2018, 19.30 Uhr
Thea Maglakelidze präsentiert GEORGIEN



Thea Maglakelidze wurde in Zestaphoni in West-Georgien geboren. Sie kam 1999 nach Bremen und ein Jahr später nach Oldenburg. Thea arbeitet als  Psychologin in der Beratungsstelle OLENA für gewaltbetrene Migrantinnen und geflüchtete Frauen. Gelegentlich arbeitet sie im Naturkostladen Brot & So in der Dragonerstraße.

Film: Blaue Berge oder: Eine unwahrscheinliche Geschichte
SU/Georgien 1984, 96 Min., DF,
Regie: Eldar Schengelaia

Ein baufälliges Verlagsgebäude in T. Die Lektoren spielen Schach oder spinnen Intrigen, nur Manuskripte lesen sie nicht. In diese Idylle platzt ein junger Angestellter mit seinem ersten Manuskript. Nach langer Zeit tritt der Lektoratsrat zusammen, um über das Manuskript zu beraten. Niemand hat es gelesen, jeder schließt sich der Meinung des Vorredners an: Über das Manuskript müsse beraten werden. Die Satire über Bürokratie, Spießertum, Faulheit und Schlendrian steigert sich in immer ritualisierter erscheinenden Wiederholungen zur absurd surrealen Parabel.


Freitag, 01. Juni, 2018, 19.30 Uhr
Vazgen Saki präsentiert IRAN

Vazgen Saki ist in Teheran geboren. Er kam 1974 nach Deutschland und lebte zunächst in Frankfurt und Hamburg. 1986 kam er nach Oldenburg. Er arbeitet seitdem im Lokal Havana am Pferdemarkt.

Film: Taxi Teheran
Iran 2015, 85 Min., DF,
Regie: Jafar Panahi 

Ein Taxi fährt durch die lebhaften Straßen Teherans. Die  wechselnden Fahrgäste erzählen freimütig, was sie umtreibt: ein Filmschmuggler vertickt die neuestel von „The Walking Dead“ und Filme von Woody Allen, zwei alte Frauen wollen Gen und ein vorlautes kleines Mädchen erklärt ihre Nöte beim Verwirklichen eines Kurojekts für die Schule. Am Steuer sitzt der Regisseur selbst, der 2010 wegen „Propaganda  gegen das System“ zu einem  20-jährigen Berufsverbot verurteilt wurde, und nun geheimnisvoll lächelnd einen neuen Film kreiert.  Denn eine auf dem Armaturenbrett versteckte Kamera hält alles fest. Jafar Panahi gilt als einer der wichtigsten unabhängigen Filmemacher des Irans.
Berlinale 2015: Goldener Bär 


Tom Tziros präsentiert GRIECHENLAND

Donnerstag, 07. Juni 2019, 19.30 Uhr

Tom Tziros wurde in Thessaloniki geboren. Er kam 2011 nach Deutschland und 2014 nach Oldenburg. Tom arbeitet im IT-Bereich. Er engagiert sich beim Stadtteilt Dietrichsfeld und arbeitet beim Oldenburger Lokalsender O1 in der Sendung „Radio Globale“ mit. 

Vorfilm: -1 (Minus One)
GR 2016, 16 Min., O.m.dt.U..,
Regie: Natassa Xydi

Es ist Sommer in Athen und nicht nur Elsas Familie vermietet ihre Wohnung an Touristen. In ihrer „Ersatzwohnung“ bleibt nur wenig Raum für die Träume der jungen Frau.
MONTPELLIER FESTIVAL MEDITERRANEAN CINEMA  (Oelection) (2016) FILMFEST DRESDEN (International Competiton, Germany) (2017)

Film: Parko
D/GR 2017, 37 Min, O.m.dt.U.
Regie: Clara Stella Hüneke

Der Dokumentar„Parko“ portraitiert einen besetzten Parkplatz im Herzen Athens, der von der Nachbarschaft und AktivistInnen zu einem belebten, grünen Park umgewandelt wurde. Wir folgen dem Kollektiv des Parks bei der Selbstorganisation und beobachten wie der alltäglichen Misere des Kapitalismus und der zugehörigen Krise ein Ort der Freude, des Austauschs und auch der Zuflucht entgegengestellt wird. In mitten des lauten Athens im Herbst 2015 entdecken wir einen widerständigen Mikrokosmos der eine „Stadt von unten“ aufruft.