Programm

Mit dem Filmtag gegen den Krieg wollen wir einen Beitrag gegen Militarismus leisten, gegen hierarchische Strukturen von Befehl und Gehorsam im Dienst von Machtpolitik und Wirtschaftsinteressen großer Konzerne. Für eine solidarische Welt ohne Nationalismus und Abschottung.
Der neue kalte Krieg spricht eine nur zu deutliche Sprache: Die Auf-kündigung des INF-Vertrags zum Verbot nuklearer Mittelstreckensysteme durch die USA wird ein neues, auch atomares, Wettrüsten in Gang setzen, vergleichbar mit den 1980er Jahren. Dieses Szenario ist bereits durch die Nato-Direktive in Gang gesetzt worden, die Rüstungshaushalte in den Mitgliedslän- dern auf 2% des Bruttoinlansprodukts zu erhöhen. Für Deutschland bedeutet dies eine Steigerung von jährlich 37 Mrd. auf 65 Mrd€. Wegen der extrem kurzen Vorwarnzeiten beim Einsatz von Mittel-streckenraketen ist schon allein die Gefahr von Unfällen, von Missver-ständnissen und von versehentlich ausgelösten Kriegen extrem hoch.

Die Bundesregierung spricht in ihrem aktuellen Weißbuch zur Zukunft der Bundeswehr neben dem Erhalt „gesicherter Rohstoffzufuhr“ auch von „nuklearer Teilhabe“. Dass deutsche Piloten mit deutschen Flugzeugen und in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen deren Ein- satz für den Ernstfall üben, ist ein Verstoß gegen den Atomwaffensperr-vertrag.

Kein Frieden für Kurdistan

Seit dem Verlust seiner absoluten Mehrheit bei den Wahlen 2015 und dem Einzug der kurdischen HDP mit 12,7% ins türkische Parlament hat der Autokrat Er- dogan den Friedensprozess mit den Kurd*innen auf- gekündigt. Im Südosten des Landes wurde ein Krieg entfacht, der ganze Städte in Schutt und Asche legte.

Als NATO-Partner und Garant für die Blockade der Flüchtlingsroute drücken Medien und Politik in Deutschland beide Augen vor diesem Krieg zu. Ebenfalls bei dem Beschuss von kurdischen Stellungen in Syrien. Am 18. März 2018 besetzte die türkische Armee mit Hilfe deutscher Panzer und ihren verbündeten islamistischen Milizen die nordsyrische Stadt Afrin, die von Kurdinnen verwaltet wurde. Die meisten Kurdinnen flohen aus der Stadt. Seitdem schreitet die Türkisierung Afrins ungehindert fort, 2019 wurde sogar das Feiern des Neujahresfestes „Newroz“ verboten. Auch Jesidinnen, Armenierinnen und kurdische Christ*innen sind mitlerweile aus Afrin geflohen.

Militärpropaganda in Oldenburg

Der veranstaltende Reservistenverband verteilt einen Teil der Spenden auch lokal, so an den Kinder- und Jugendhospizdienst Oldenburg. Bereits am 6. Mai 2019 erhielt der Hospiz St. Peter Gelder aus einem Konzert des Luftwaffenmusikkorps Münster im Staatstheater. Man muss kritisch anmerken, dass somit zwei anerkannte und dem Erhalt eines würdigen Lebens bis zum Schluss verpflichtete Hospiz-Einrichtungen in Oldenburg Spendengelder von einer Armee annehmen, die im Ausland Leben auf unwürdige Art beendet.
Schirmherr der Veranstaltung ist seit Jahren Thomas Kossendey, ehemaliger Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Ehrenpräsident der „Gesellschaft für Sicherheitspolitik“ die 1951 von der CIA gegründet wurde, – und Präsident der Oldenburgischen Land- schaft (!).

Am 15. Mai 2017 findet zum 10. Mal ein Propagandatag der Bundeswehr auf dem Rathausmarkt statt. Hinter dem uniformen Sound der Big Band der Bundeswehr wird offen Werbung für die Armee und die Auslands-einsätze der Bundeswehr gemacht.
Blanker Zynismus ist das Sammeln von Spenden für „Die Bundeswehr hilft Kindern weltweit“ – dort nämlich, wo sie im Einsatz ist. In Afgha-nistan warten heute noch zivile Opfer der von der Bundeswehr provo- zierten Einsätze auf eine angemessene Entschädigung für ihre verletz-ten und getöteten Angehörigen, darunter auch Kinder.

Donnerstag, 27. Juni, 19.30 Uhr

Film: Mein Paradies
KRG Irak, Deutschland, Libanon 2016, 104 Min, Kurd./ Arab. m. dt. UT
Regie: Ekrem Heydo

Ein Klassenfoto… Es entstand vor einem Vierteljahr- hundert in der Stadt Serêkaniyê im kurdisch geprägten Norden Syriens. Das Foto reflektiert die multiethnische Gesellschaft Serêkaniyês, die jahrhundertelang friedlich zusammenlebte.
Seit der „Arabische Frühling“ Anfang 2011 auch Syrien erreicht hat, erschüttert ein Bürgerkrieg das Land und die Menschen finden sich in unterschiedlichen politi- schen und konfessionellen Lagern wieder.
Der Film begibt sich auf die Spuren der Klassenkameraden deren Leben das Schicksal in unterschiedliche Richtungen gelenkt hat. Zwischen Flucht, Vertreibung und Kampf um das Überleben suchen die Protago- nisten nach der Bedeutung von Freundschaft und Hei- mat vor dem Hintergrund des immer komplizierter- werdenden Bürgerkrieges.
Ekrem Heydo wurde 1973 in Serêkaniyê im kurdischen Syrien geboren. 1995 kam er aus politischen Gründen nach Deutschland, wo er die ersten vier Jahre um politische Anerkennung als Fluchtling kämpfte. Nach seiner Ausbildung im Bereich Kamera und Schnitt in Hannover schloss Heydo sein Regiestudium an der Ruhrakademie fur Künste in Dortmund ab. Ekrem Heydo lebt und arbeitet seit 2006 in Berlin. Mit seinem er- sten Dokumentarfilm „Halabja die verlorenen Kinder“ gewann er mehrere internationale Preise.
Zu Gast: Aktive des Vereins Städtefreundschaft Oldenburg-Êfrin