Programm

Donnerstag, 02. September, 19.30 Uhr

Film: Kabul, City in the Wind
USA/NL 2018, 88 Min, O.m.dt.U.,
Regie: Aboozar Amini

Ein Busfahrer singt ein wehmütiges Lied: Das ist unser geliebtes Land. Das ist Afghanistan.  Zwei kleine Jungen sitzen auf einem Dach, den Rücken der Kamera zugewandt. Sie blicken hinab auf die Millionenstadt Kabul, ein farbentleertes Betonmeer, vor ihnen in der Ebene. Wenn sie nicht gerade den Sandstaub vom Dach ihres Hauses kehren oder die dürren Bäume davor gießen, erzeugen sie mit den anderen Dorfkindern klangvolle Töne, indem sie Steine gegen die blecherne Wand eines abgewrackten Panzergehäuses schmettern. Afshin träumt davon, einmal Ingenieur zu werden, sein jüngerer Bruder Benjamin will Polizist werden. Doch was ist das für ein Leben, was für eine Zukunft, wenn der Begriff Selbstmordattentäter wie selbstverständlich zum Wortschatz eines Elfj hrigen gehört? „Dem in Afghanistan geborenen Regisseur Aboozar Amini, der als Kind in die Niederlande kam, ist ein eindrucksvoller Dokumentarfilm gelungen. Mit seinen losen Erzählsträngen wirkt der Film wie eine Collage. Er schildert Geschichten von gewöhnlichen Menschen und ihrer Bewältigung des Alltags in einem von Krieg und Gewalt gezeichneten, instabilen Land. Die sorgfältig komponierten Bilder entfalten bei aller Trostlosigkeit der Lebensverhältnisse eine poetische Kraft; sie prägen sich ebenso tief ein wie die Blicke der Kinder, die sich unmittelbar auf den Betrachter richten.“ (epd-Film)

Special Jury Award International Documentary Film Festival Amsterdam 2018, DOK.fest München 2020, Film des Monats epd-Film 3/2021

Zu Gast: Barbara Heller, Sprecherin Bremer Friedensforum