Militärpropaganda auf dem Rathausmarkt Oldenburg

Am 15. Mai 2017 findet zum 7. Mal ein Propagandatag der Bundeswehr auf dem Rathausmarkt statt. Hinter dem uniformen Sound der Big Band der Bundeswehr wird Werbung für die Armee und die Auslandseinsätze der Bundeswehr gemacht. Blanker Zynismus ist das Sammeln von Spenden für „Die Bundeswehr hilft Kindern in der Dritten Welt“- dort nämlich, wo sie im Einsatz ist. In Afghanistan warten heute noch zivile Opfer der von der Bundeswehr provozierten Einsätze auf eine angemessene Entschädigung für ihre verletzten und getöteten Angehörigen, darunter auch Kinder. Schirmherr der Veranstaltung ist seit Jahren Thomas Kossendey, Ehrenpräsident der „Gesellschaft für Sicherheitspolitik“, seit 2014 Sprecher des „Beirats Innere Führung“ der BW beim Verteidigungsministerium – und Präsident der Oldenburgischen Landschaft. Die Präsenz von Militär in Oldenburg hat eine unselige Tradition: Bis in die 1980er Jahre war Oldenburg die zweitgrößte Garnisonsstadt der Bundesrepublik. Davon zeugt die „Gesellschaft für Militär- und Garnisonsgeschichte Oldenburg“, die laut ihrem Selbstverständnis auch „mentale Unterstützung unserer Soldatinnen und Soldaten“ leisten will. Die Gesellschaft wird von der Oldenburgischen Landschaft unterstützt. Seit 2015 ist in Oldenburg die Stabskompanie der 1. Panzerdivision stationiert, eine „Eingreifdivision“, die an Auslandseinsätzen beteiligt ist. Am 23.02.2017 wurde mit einem öffentlichen Appell auf dem Schlossplatz deren Kommandant Langenegger verabschiedet. Ihn erwartet ein Einsatz in Afghanistan…